Eine heutzutage übliche und populär gebräuchliche Augenlaser-Behandlung (Laser-in-situ-Keratomileusis = LASIK, seit 1989) ist Teil der sogenannten “refraktiven Chirurgie” (dies fast Augenoperationen zusammen, die Sehhilfen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten ersetzen).
Ein Patient erhält durch einen entsprechenden Eingriff unmittelbar schmerzfrei scharfe Sicht. Man nimmt die Operation unter der Hornhautoberfläche (die schmerzempfindlich ist) vor. Es ist ein Hornhauteinschnitt erforderlich, welcher ein Risiko darstellt: Er wird nicht wieder richtig anwachsen. Zu Beginn bestimmt man die Dicke der Hornhaut per Ultraschall. Ist diese für eine Operation dieser Art ausreichend, greift man mit einem Hornhauthobel (Mikrokeratom); alternativ mit einem sogenannten “Femtosekundenlaser” (siehe unten) ein und trennt eine Lamelle im Umfang von 130 bis 160 Mikrometer von der Hornhaut einseitig ab und klappt diese zur Seite (inklusive des schmerzempfindlichen Epithels = die äußerste Schicht der Hornhaut). Unterhalb wird nun Gewebe der Hornhautzellen (Kollagenfaser) ersichtlich. Diese können nun per Laser abgetragen bzw. aufgespalten werden. Die Behandlung wird beendet, indem die geöffnete Hornhautlamelle wieder zurückgeklappt wird. Das Epithel verwächst innerhalb von bis zu zwei Tagen, die gesamte Schnittfläche heilt jedoch völlig erst in einem Zeitraum, der bis zu mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte. Eine solche Operation kann durchgeführt werden, wenn es um eine Sehstärke von minus 10 bis plus 4 Dioptrien sowie eine Hornhautdicke von größer bzw. gleich 500 Mikrometer geht. Bei der Behandlung mit einem Femtosekundenlaser wird der Schnitt nicht mit einem Hornhauthobel manuell gesteuert, sondern automatisch sendet ein Lasergerät Lichtpulse von einigen Hundert Femtosekunden aus (letztlich ist dies ein winziger Bruchteil einer Sekunde, der Faktor lautet: Eine Femtosekunde entspricht 1 x 10-15 Sekunden. Dies kann als sogenanntes Laserskalpell sehr präzise genutzt werden. Dieses Verfahren ist von der entsprechenden US-Behörde seit 2001 erlaubt und wird seither eingesetzt.)
Sechs Jahre lang wurde eine Studie mit LASIK-Patienten geführt – die Hälfte hatte nach einer solchen Korrektur mit einer Ungenauigkeit von einer Dioptrie die erwünschte Sehstärke erhalten. 75 Prozent aller Patienten konnten auch nach sieben Jahren noch als Nebeneffekt Lichterscheinungen in den operierten Augen feststellen; 72 Prozent stellten eine Verbesserung oder zumindest dasselbe Niveau ihrer optimalsten Sehschärfe; ein Drittel aller Teilnehmer war unzufrieden mit dem Ergebnis ihrer Sehschärfe nach einer Operation (diese kostet bis zu 2.000 Euro und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen). Bei 700 Patienten, die im Jahre 1999 ein Jahr lang nach einem solchen Eingriff wissenschaftlich begleitet wurden, erhielten 78 Prozent die Korrektur mit dem angestrebten Ergebnis (mit der Abweichung von 0,5 Dioptrien, auch mit zwei Operationen). Nach Ablauf der 12 Monate hatten 5 Prozent der Untersuchten Nachtsichtprobleme; 94 Prozent dieselbe (oder eine nahezu annähernde) Sehschärfe wie vorher.
Wie kommt es zum Bedarf einer solchen – risikoreichen – Operation? Einerseits (und dazu wird aus medizinischer Sicht nicht geraten) wünschen Personen, entweder nicht mehr eine Brille tragen zu müssen oder können mit ihren Kontaktlinsen nicht zurechtkommen. Medizinischer Notbedarf ergibt sich hier aus ähnlichen Anlässen, aus denen die Unfallchirurgie zu Hilfe gerufen wird: Sportverletzungen (jemand wird von einem Ball so getroffen, dass das Auge involviert wird), Angriffe durch (Haus-)Tiere, Autounfälle (auch: mit Airbag-Auslösung). In diesen Fällen sollten allein Fachspezialisten für eine Behandlung zurate gezogen werden.