Im Folgenden nun werden die Möglichkeiten der Plastischen (bzw. der Rekonstruktiven) Chirurgie näher betrachtet, die für Gesichtsoperationen zur Verfügung stehen. Diese können:
(a) das gesamte Gesicht in Form eines sogenannten “Faceliftings“,
(b) nur die Augenpartien (“Lidstraffung“),
(c) die Nase (“Nasenkorrektur“) sowie die
(d) die Ohren (“Ohrenkorrektur“) einer entsprechend angefragten Behandlung unterziehen.
Generell ist, wie bekannt, die Plastische Chirurgie dazu geschaffen, Entstellungen durch körperformverändernde Krankheiten (insbesondere Krebs) oder äußerliche Gewalteinwirkungen (insbesondere Kriegsverletzungen, tätliche Körperverletzungen als Straftat des täglichen Lebens, Flugzeug, Brand- oder Verkehrsunfälle oder Ähnliches) zu verringern bzw. “wegzumodellieren”.
Jedoch sind in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts vermehrt optische Massenmedien (Illustrierte, Fernsehen und zuletzt Internet) dazu genutzt worden, gezielt auf eine Art “Sollnorm” insbesondere weiblichen Aussehens (Models) in hoher Flächendeckung zu verweisen. Obgleich sich innerhalb der einzelnen Jahrzehnte bestimmte Formgebungselemente subtil änderten (Frisuren, Schmuck, Brillen, Make-up), haben sich zwei grundsätzliche Grundkonzepte des “so von Film, Funk, Fernsehen und Werbung” transportierten Schönheits-Sinns etabliert, die sich (durchaus auch überlagernd) als individueller Faktor allgemein-weiblichen Selbstbewusstseins manifestieren können: Es geht um:
(1) die Gesichtsform von Frauen unter 25 und
(2) ein konsequentes Streben nach optischer Symmetrie.
Verfolgt man im Zusammenhang mit dem Begriff “Schönheits-Chirurgie” den mit (1) bezeichneten Themenbereich, so ergibt sich eine Reihe von Operationsverfahren, die die psychosozial begründete Ablehnung natürlicher Alterungserscheinungen am eigenen Körper unterstützen. Einfach gesagt: “Falten” bzw. “Fältchenbildung” werden nun aus kulturellen Gründen rundweg als “negativ” bewertet. Dies schafft einen Markt – das eigene Gesicht benötigt (so die artikulierte Nachfrage) eine “Aufwertung” und dies kann (so die Bestätigung des Marktes) durch Einschnitte, Hautglättungen und Korrekturen der einzelnen Gesichtsflächen seitens von Fachpersonal auch geleistet werden kann. Was hier stets zur Diskussion gestellt wird, ist eben nicht nur die Natürlichkeit der Faltenbildung im Alter, sondern auch, dass entstehende Hautunreinheiten oder -verformungen, die als “verfrüht” oder “unästhetisch” bewertet werden, richtigerweise als eine Art “Signal des Körpers” als Hinweis auf Vitamin- und bzw. oder Mineralienmangel im Kontext einer Mangelernährung interpretiert (und in diesem Sinne auch mit einer höheren Erfolgsquote genau danach auch behandelt) werden können und sollten.
Auch (und dies bezieht nun auch (2) mit ein), ist in sämtlich oben genannten Fällen (a) – (d) von tatsächlichen Operationen die Rede. Dies meint: Gleichzeitig ist von unabsehbarer Narbenbildung, von Empfindungsstörungen, von der Unverrückbarkeit einer (möglicherweise erst durch die OP verursachten) Entstellung, von langfristigen Narbenschmerzen (Wetterwechsel), von scheinbar unmotivierten Komplikationen, von bisher möglicherweise nicht bekannter Betäubungsmittelunverträglichkeit und von einer intensiven Belastung des Immunsystems (also, bildlich gesagt: von “Körper, Seele und Geist”).
Die oben erwähnten Zusammenhänge nun sind seriösen Plastischen Chirurgen nicht nur bekannt, sondern auch in ihrer Gewichtigkeit ein Anliegen, mit den um Rat fragenden Patient(inn)en ausführlich zu besprechen. Somit ist stets ein solider Vertreter seiner Zunft daran zu erkennen, dass er eher von medizinisch nicht motivierten Operationen abrät (dass Ärzte ihr Auskommen haben, ist durch tatsächliche Notfälle – siehe oben – stets gesichert). In genau dem Moment, in welchem ein Patient oder Fragesteller den Eindruck erhält, eine unter allen Umständen willkommene finanzielle Bereicherung für den Arzt darzustellen, kann und sollte die Konsultation rigoros abgebrochen werden. Im Interesse des Arztes ist es nie, einem Patienten Leid zuzufügen – was bei einer “unnötigen” Operation eindeutig der Fall wäre.