Der Bedarf für eine chirurgische Augenlidstraffung (“Blepharoplastik”) kann subjektiv entstehen, wenn sich Hautüberschüsse im Umfeld der Augenlider bilden. Diese werden beim oberen Augenlid (“Palpebra superior”) als Schlupflider, beim unteren (“Palpebra inferior”) als Tränensäcke bezeichnet. Beim oberen Lid wird der Schnitt direkt unter die Lidumschlagsfalte gesetzt (mit dem Zweck, überschüssiges Haut- und auch Fettgewebe zu entfernen). Operiert man hingegen “Tränensäcke” beim unteren Lid, so entfernt man entweder das überschüssige Fett oder man verteilt es um. Ziel ist es hier, nicht nur eine Lidstraffung durchzuführen – sondern Patient(inn)en, die einen entsprechenden Eingriff vornehmen lassen, beabsichtigen oft auch, “insgesamt jünger” aussehen zu wollen. Wenn nun Gewebe, welches in den Tränensäcken enthalten ist, gestrafft und entsprechend anders verteilt wird, kann der Eindruck eines glatteren Gesichtsausdruckes entstehen.
Wie sind nun die oben erwähnten Hauptüberschüsse im Detail zu erklären? In einem Lebensalter zwischen 45 und 50 Jahren ergibt sich grundsätzlich im menschlichen Körper ein Elastinverlust. Elastin ist die Basis für gestraffte Haut – somit verlagert sich die Haut, die um das Auge herum nicht mehr in eine Straffung eingebunden wird, ungenutzt in das Umfeld. Dieses Phänomen wird mit dem medizinischen Fachbegriff (a) “Dermatochalasis” bezeichnet. Als Folgen einer D. können (in selteneren Fällen) entzündliche Störungen auftreten, sodass für eine oben bezeichnete Operation tatsächlich auch eine medizinische Indikation besteht. Diese Entzündungen machen im Ernstfalle einen gewöhnlichen Augenaufschlag unmöglich. Über gewöhnliche Alterserscheinungen hinaus kann auch eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Fehlfunktion der Nieren die D. beschleunigen. Eine Entzündung, die nur auf einem Auge jenseits der Altersbedingtheit auch bereits bei 30-jährigen Patienten auftritt, macht den chirurgischen Eingriff der Lidstraffung medizinisch notwendig und wird als (b) “Blepharochalasis” benannt.
Wie wird eine Lidstraffung vorgenommen? Direkt im Inneren des Augenlides wird die sogenannte
(1) transkonjunktivale Technik angewendet. Hier entsteht keine Operationsnarbe, auch wird der Schließmuskel der Augenlider nicht in Mitleidenschaft gezogen. Beim
(2) Loebverfahren entfernt man nicht das überschüssige Fettgewebe, sondern verteilt es um die Augenhöhlen herum, damit sie nicht mehr optisch betont werden. Weiterhin geht es um die Verfahren der
(3) Lasertechnologie und
(4) Peelingverfahren, die man zur Faltenentfernung heranzieht. Diese sind zwar aus anderen Bereichen der plastischen Chirurgie bekannt, aber bedürfen wegen der auffällig dünnen Haut der Augenlider einer besonderen Fachkompetenz und Berufserfahrung. Umgekehrt heilen (im Idealfall) Körperpartien je schneller ab, mit desto dünnerer Haut sie versehen sind – dies macht zumindest den Themenbereich der Abheilung hier attraktiver als bei anderen ästhetischen Eingriffen.
Gemeinsam ist allen Verfahren, dass sie von einem Facharzt unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden und man die Nähte nach 3 bis 5 Tagen entfernt, bevor es dem Patienten wieder erlaubt wird, sich zu schminken. Die Dauer des Eingriffs kann auf 60 bis 90 Minuten eingegrenzt werden; von Sport, aktivem Wasserkontakt sowie direkter Sonneneinwirkung im Augenbereich (auch dem Tragen von Kontaktlinsen) wird den betroffenen Patienten noch drei Wochen abgeraten. Diese werden ebenfalls gebeten, zwei Wochen vor der Operation weder Alkohol, Nikotin noch Schmerzmittel zu sich zu nehmen und einer chirurgischen Behandlung erst nach ausführlicher Beratung unter vollständiger Aufklärung der Risiken und bereits in anderen Fällen beobachteten negativen Nachwirkungen (Nachblutungen, Schwellungen, Brennen, Anschwellungen etwa) zuzustimmen.