Seit den 1970er Jahren wird das “Gesichtslifting” oder “Facelifting” als eine Option praktiziert – auch aus dem Bedarf heraus, natürlich verlaufende, altersbedingte Erscheinungen unkenntlich zu machen bzw. verschwinden zu lassen. Es geht um Stress-Symptomatik, die sich genauso wie Sonneneinwirkung im Gesicht niederschlagen kann, indem sich Falten bilden. Diese sind nicht nur sichtbare Erscheinungen der oberen Hautregionen, sondern setzen sich auch in den Muskelbereich fort. Generell stellen Patient(inn)en zwischen 40 und 60 Jahren eine Kundengruppe dar, aber auch über 80-Jährige bekunden zuweilen Nachfrage.
Der Verlauf bzw. die Nachentwicklung einer solchen Operation lässt sich grundsätzlich nicht vorhersehen. Das hängt mit der Sensibilität und Fragilität der menschlichen Gesichtspartien im Einzelfall zusammen: Blutergüsse, Störungen der Mimik, Narbenerweiterungen, Haarverminderungen sind durchaus im Normalfall die Folge. Nachdem der Arzt hinlänglich über das Krankheitsbild des Patienten bzw. der Patienten informiert wird (Infarkt, Diabetes, neurologische Erkrankungen, Blutungen, Lungenerkrankungen, Blutdruck, Allergien bzw. Medikamentenunverträglichkeiten, Gefäßerkrankungen), der Patient nicht unter einer Erkältung oder einer anderen Infektion am angesetzten OP-Tag leidet oder dieser bei Frauen in die Menstruationsperiode fällt, kann nach den unten beschriebenen Techniken nun ein Eingriff vorgenommen werden. Ab zwei Wochen vor der Operation ist es dem Patienten nicht mehr möglich, zu rauchen, Alkohol in jeglicher Form zu sich zu nehmen – Gleiches gilt auch für aspirinvergleichbare Schmerzmittel.
Es wird eine lokale Betäubung gesetzt, auch zusätzlich ein Gesamt-Beruhigungsmittel per Spritze verabreicht: Chirurgen bevorzugen jedoch im Allgemeinen die Vollnarkose für die rund dreistündige Behandlung. Ziel ist es hier, die Haut im Gesichts- und Halsbereich zu straffen, sowie die Gesichtsmuskeln neu zu positionieren. Der Operationsschnitt führt vom Ohransatz im Schläfenhaar durch die Hautlinien bzw. der natürlichen Hautfalte – um das Ohrläppchen herum und entlang an der hinteren Ohrmuschel. Dann trennt der Chirurg die Haut von der Fett- und Muskelschicht, strafft sie, entfernt möglicherweise Augenringe und generell subjektiv störende Ablagerungen – ein Drainagerohr wird für ein bis zwei Tage gelegt (für die Zeit, in der noch eine stationäre Nachbehandlung erfolgt).
Die ersten Tage nach der Operation lassen Unwohlsein sowie Schmerzen aufkommen; ein Taubheitsgefühl besteht mehrere Wochen fort. Erst nach zwei Wochen kann der Verband abgenommen werden – dann zieht man auch die Fäden. Blutergüsse sind die Regel, das Anschwellen des Gesichtes auch. Während des Heilungsprozesses, der sich dann generell über mehrere Monate hinzieht, sollte der Patient sich selbst weder der Kälte noch der Sonnenbestrahlung – noch einer starken Gewichtsschwankung aussetzen. Narben bleiben noch längere Zeit geschwollen und gerötet; erst in einem Zeitrahmen von 9 bis 12 Monaten nach der Operation (bei tatsächlich gut erfolgter Heilung, was nicht selbstverständlich ist) kann ein gewünschter Effekt eintreten.
Grundsätzlich – wie alle plastische Chirurgie – dienen Fachkenntnisse über Gesichtsoperationen vor allem zur Behandlung von Unfallopfern, bei denen eine medizinische Indikation unbedingt gegeben ist bzw. die von dem Wissen der Medizin insofern profitieren können, als dass es aus der Sicht von Fachärzten nur eines “Handgriffs” bedarf, damit Gesichtsfunktionen wieder aktiviert werden können. Im Rahmen bloßen Unwohlbefindens als Begründung für Facelifting ist somit eine Reihe von fach- und therapeutisch orientierten Vorgesprächen üblich. Der Patient soll für sich persönlich jedes fachlich bekannte Für und Wider verantworten und beleuchten können.