Eine chirurgisch geleitete Nasenkorrektur (“Rhinoplastik”) ist eine Behandlungsmethode von angeborenen Fehlwüchsen, angefragten Schönheitsoperationen sowie von Korrekturbedarf nach Unfällen im Zusammenhang mit dem menschlichen Geruchsorgan. Grundsätzlich sind Eingriffe dieser Art aus Indien bereits seit ca. 400 v. Chr. überliefert (insbesondere N. Manucci (1638-1717) hinterließ entsprechende Reisebeschreibungen. Später, 1866, promovierte Friedrich Trendelenburg an der Humboldt-Universität in Berlin zu genau diesem Thema.) Jedoch für die neuere Zeit gilt bis heute, dass man die Methoden des Chirurgen Jacques Joseph (1865-1934) als Basiswissen anwendet. Joseph operierte zunächst Soldaten, die den Ersten Weltkrieg mit Gesichtsverletzungen hinter sich ließen – er plante sorgfältig, achtete auf Ästhetik und Funktionalität der menschlichen Gesichtsform und stellte schließlich sein Wissen auch gehobeneren Gesellschaftsschichten mit dem Bedarf nach Schönheitschirurgie zur Verfügung, welches seinerzeit (in den 1920er Jahren) eine Verbreitung dieser Techniken auch in die USA zur Folge hatte. Gerade bei aktuellen Kriegseinsätzen kann auf diese Methoden stets wieder zurückgegriffen werden.

 

Kinder können mit einer Höckernase, einer Schiefnase oder Sattelnase geboren werden, im Sinne einer so definierten ästhetischen Chirurgie kann es bei Nasenkorrekturen um Nasenflügel- und Nasenspitzenveränderungen gehen, die von Kund(inn)en aufgrund von subjektivem Empfinden oder aus wirtschaftlichen Gründen (um als Schauspieler selbst einem Bedarf nachzukommen) angefragt werden. Folgende Begriffe sind hier fachlich relevant: Operiert man an nur in der inneren Nase, nennt man dies “Nasenseptumplastik”, erfolgt dies im äußeren sowie im inneren Bereich, so wird dies als “Septo-Rhinoplastik” bezeichnet. Ziel ist es, Knorpel oder Knochen zu entfernen (“Nasenreduktionsplastik”) oder auch, fehlendes bzw. zerstörtes Gewebe hinzu zu verpflanzen (“Nasenaufbauplastik”).

 

Josephs Prinzipien liegen zugrunde, dass man Operationsschnitte bei einer Nasenkorrektur von innen führt. Ziel: Es entstehen keine Narben – lediglich eine winzige (zwischen Nasensteg und Oberlippe), wenn für reine Schönheitskorrekturen die Hautbedeckung der Nase vollständig abgehoben werden muss. Eingriffe erfolgen in Vollnarkose, können ambulant oder für drei bis vier Tage stationär durchgeführt werden. Zwei Wochen dauert es nach einer solchen Operation, bis der Patient wieder arbeitsfähig ist und den Verband abnehmen darf – zwei Wochen vor dem angesetzten OP-Termin wird dem Patienten bereits nahegelegt, auf Alkohol zu verzichten, nicht zu rauchen und auch keine Schmerzmittel einzunehmen (insbesondere nicht Aspirin – sollte anderer Bedarf an Medikamenten vorliegen, ist dies im Einzelnen zu erörtern, welche Präparate nun vor einer Operation abzusetzen sind und welche z. B. keinen negativen Einfluss auf die Gerinnung des Blutes bzw. auf die Wundheilung von Operationsnarben haben).

 

Um Gewebeabstoßungen zu vermeiden, hatte bereits Joseph körpereigenen Knorpel als Gewebeersatz für Nasenaufbauplastiken verwendet – dieser wird entweder der Nasenscheidewand, der Rippe oder auch dem Ohr entnommen. Sollte dies nicht ausreichend möglich sein, haben sich ebenfalls inzwischen bereits Kunststoffe bewährt (hier im Besonderen: Polytetrafluorethen (bekannt unter dem Handelsnamen “Teflon”).

 

Wie aus einer Langzeitstudie (2001, Prof. W. Mühlbauer) hervorgeht, führen 40 Prozent aller Nasenkorrekturen zu unerwünschten Ergebnissen – dies meint Verformungen, die im Voraus nicht abzusehen waren, bilden sich durch nachoperative Irritationen des Gewebewachstums in oder um die Nase. Gefühlsstörungen im Bereich der Operation, Blutungen und Blutergüsse treten auf, seltener Infektionen und bei 5 Prozent der damals untersuchten Patienten ergaben sich im Nachhinein noch wuchernde Narben im Inneren der Nase, die erst überhaupt noch zu einem Narbenhöcker führten.