Haarentfernung (“Epilation”) meint die vollständige Entfernung von Körperhaaren, indem man nicht nur den sichtbaren Teil des Haares über der Hautoberfläche behandelt, sondern auch die Haarwurzel. (Allein den sichtbaren Teil zu entfernen, wird mit dem Begriff “Depilation” bezeichnet; dies erfolgt durch Enthaarungscreme oder Rasur.)
Epilation wird mit verschiedenen Zielen durchgeführt:
(1) Man zerstört die Haarwurzel.
(2) Das Haar wird ausgerissen und wächst wieder nach – dies geschieht jedoch nach einer weit längeren Zeitdauer, als dies nach einer Depilation erfolgen würde.
Die unter (1) zusammenzufassenden Verfahren werden logischerweise “dauerhafte Epilationsverfahren” genannt; können jedoch überhaupt nur dann angewendet werden, wenn es sich um Haare in der Wachstumsphase handelt – drei Wachstumsphasen haben Haare, somit muss mehr als einmal jeweils epiliert werden. Hinzu kommt, dass Haare kein optisches Merkmal für eine Wachstumsphase mit sich tragen – somit muss rein testweise mehrmals behandelt werden.
Hier geht es um (1a) Licht- und Laserbehandlungsysteme. Laserstrahlen erwärmen die Haarwurzel, die dann verödet. Dies funktioniert nicht bei weißen Haaren; dunkle Haare mit dem Pigment Melanin sind überhaupt in der Lage, auf Laser zu reagieren. Festkörperlaser, Diodenlaser (810 Nanometer) sowie Entladungslampen, die hochenergetisch betrieben werden (Intense Pulsed Light, abgekürzt IPL) sind hier die Variationen der Lichttechnik bei der Haarentfernung. IPL nutzt das volle Spektrum einer Xenon-Lichtquelle, von dem nur ein bestimmter Wellenlängenbereich genutzt wird, nämlich genau jener, welcher für die Behandlung nützlich ist. Dies ist ein Bereich zwischen 640 und 950 Nanometer, welcher nur Melanin, jedoch nicht das Körperumfeld in seiner Wirkung berührt (resp. erhitzt). Dies geschieht jedoch unter permanenter, zusätzlicher Hautkühlung.
Verfahren unter (1a) können zügig durchgeführt werden, ohne Schmerzen – nur bei heller Haut und dunklen Haaren. Scham- und Achselhaarbereiche sind hierfür geeignet, andere Körperbereiche sind bei Menschen mit hellerer Haut hiergegen nicht behandelbar. Generell nicht behandelt werden dunkelhäutige bzw. sonnengebräunte Personen.
Auch müssen, wenn man IPL-Geräte anwendet, erforderliche Schutzmaßnahmen und Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Wegen der hohen Intensität im Bereich des Optischen, die viele Geräte anwenden, werden die gesetzlich erlaubten Grenzwerte weit überschritten. Es sind nämlich bis zu 20 m Entfernung bei so einer Behandlung, in deren Abstand das menschliche Auge geblendet wird.
Weiterhin wird – seit dem Jahre 1875 – die (1b) sogenannte Elektroepilation angewandt. Hier geht es nicht um Melanin, sondern die Haarbeschaffenheit ist unerheblich. Eine Sonde, bestehend aus feinem Chirurgenstahl, wird in jeden Follikel eingeführt und schädigt somit dauerhaft die vorhandenen Wachstumszellen. (1b) kann in Form der (i) Thermolyse (Sondenspitze zerstört durch Wärmeeinwirkung Wachstumszellen), der (ii) Elektrolyse (Gleichstrom im Haarfollikel lässt Natronlauge entstehen à chemische Zerstörungseinwirkung) sowie der (iii) Blendmethode (mischt (i) und (ii), englisches Wort “blend” heißt “mischen”) durchgeführt werden. (1b) ist die einzige Methode, bei der bisher wirklich und zuverlässig Haare lebenslang entfernt werden – hier entstehen weder Spätfolgen, Risiken oder Nebenwirkungen.
Schließlich funktioniert (1c) die enzymatische Haarentfernung. Während der frühen Wachstumsphase wird (1a) oder (1b) angewandt – danach wird die freigelegte Haarpartie behandelt mit Enzymen: diese lösen sämtliche Haarpapillen, die dann noch vorhanden sind, völlig auf.
Für die Laien- bzw. Heimanwendung kennt man die (1d) zeitweise (“temporäre”) Epilation. Verfahren mit (i) Wachs (nämlich Kalt- oder Heißwachsstreifen), (ii) Zuckerpaste (genannt: “Halawa”) oder (iii) elektrisch betriebene Epilierer, die per Walze oder Feder das Haar mit der Wurzel ziehen.