Im Folgenden ist von Möglichkeiten die Rede, die in der Plastischen Chirurgie dazu angewandt werden, körperlichen (Alters- oder Gewichtszunahme-)Prozessen durch Torso-Operationen korrigierend entgegenzuwirken. Im Einzelnen sind dies:
(a) Bauchstraffung,
(b) Bruststraffung bzw. -vergrößerung und -verkleinerung,
(c) Fettabsaugung,
(d) Genitalchirurgie sowie
(e) Gynäkomastie.
Auch hier gilt: Die Plastische Chirurgie dient vor allem dazu, Unfallopfern mit Verbrennungen oder anderen Verletzungen eine langfristige optische Rehabilitation angedeihen zu lassen. Anders gesagt: Die Würde, die einem Menschen durch Gewalteinwirkung genommen wurde, durch eine Art Gegengewalt, nämlich der medizinisch gelenkten, wieder zurückzugeben. Dies ist bei der Ästhetischen, der Rekonstruktiven, der Verbrennungs- und der Handchirurgie der Fall – Wissenschaften, die sich überschneiden und in gewisser Weise auch aufeinander basieren.
Der Plastische Chirurg wird in einer langen zeitlichen Phase der medizinischen Ausbildung dazu angeleitet, am menschlichen Körper detaillierte Maßarbeit zu leisten – funktionsgestörte und entstellte Körperteile zu rekonstruieren und mit Respekt und Präzision auf seine Klienten zuzugehen. Dies kann er in Krankenhäusern, Facharztpraxen oder auch Hochschulkliniken ausüben – jedoch auch in medizinischen Forschungsbereichen beteiligt sein oder Instituten, die übergeordnet wirken.
Zu den Aufgaben gehört nicht nur die bloße Operation, die schwerwiegende operative Einschnitte im Rahmen auch der kulturell definierten “Schönheit” bedingt, sondern auch die psychologische Vorausbildung, die lebenslange Krankheitsgeschichte eines Patienten, sein derzeitiges Umfeld sowie seine gegenwärtigen Gewohnheiten, Unverträglichkeiten wie auch gleichzeitig verlaufende andere ärztliche Behandlungen mit in eine Konsultation einzubeziehen. Es geht darum, präzise auszuloten, mit welchem Hintergrund sich ein Patient auf eine gefährliche Operation einzulassen gedenkt und ob wirklich andere Mittel völlig und nachweislich versagt haben. Es tritt hier nicht der Arzt als Dienstleister auf, der von jedem Patientenauftrag in seiner Existenz abhängt, sondern es tritt hier ein Vertreter jener Berufsgruppe als das Gegenüber eines Patienten auf, die sich verpflichtet hat, im Sinne des Menschen, für den Menschen und als und zur Hilfe des Menschen zu agieren. Eine unmotivierte Schönheitsoperation auf Bestellung widerspricht diesem und so geht es nicht darum, dass sich jemand (im wirklich schlimmsten Falle) einer Bauchstraffung unterzieht, um einfach abzunehmen, sondern darum, dass ein Arzt dies als einzig verbleibende Möglichkeit erkennt, bei einem Patienten Folge- bzw. Haltungsschäden für die nächsten 20 bis 30 Jahre strikt zu vermeiden (genau gilt Gleiches bei Brustoperationen oder Genitalchirurgie). Schlimmeres zu verhüten, ist Sinn einer Operation, sollte jedoch eine Operation hier das “Schlimmere” sein (wozu der Arzt geschult ist, dies herauszufinden), wird diese nicht durchgeführt.
Deshalb zehrt zwar die Schönheits-Chirurgie von dem Wissen, wie Hauttransplantationen erfolgen, wie Körperteile angenäht werden, wie die Funktionstüchtigkeit des menschlichen Organismus beibehalten oder wiederhergestellt werden kann, jedoch ist sich auch der Belastung einer jeden Operation bewusst, die diese letztlich für den Körper bedeutet. Der Arbeitsalltag eines Plastischen Chirurgen besteht also in sorgfältigen Beratungsgesprächen, Not-Operationen, Schönheitsoperationen, langfristig orientierten und detaillierten Krankheitsdokumentationen, die Erstellung wissenschaftlich orientierter Gutachten, Forschungsbeiträgen, Verwaltungsaufgaben. Berufserfahrung ist nicht nur in einem Medizinstudium von sechs Jahren Länge (u. U. mehr gefordert), Krankenhaus- und Ärztepraktika sowie einer zusätzlichen, hauptberuflichen Ausbildung zum Facharzt “Plastische Chirurgie”. Generell besteht noch einige Jahre lang erst Berufspraxis im Zusammenhang mit Unfallverletzungen, bevor ein Arzt als “Schönheitschirurg” (nicht geschützte Berufsbezeichnung) als kompetent bezeichnet werden kann – es soll für jeden Ratsuchenden stets zentral am Beginn stehen, über die Biografie “seines Arztes” stets zuvor Erkundigungen einzuziehen.