Der Bedarf einer Bauchstraffung (“Abdominoplastik”) entsteht, wenn der Unterbauch eine Überlappung von Haut und Unterhautfettgewebe aufweist. Im Volksmund nennt sich dieses Phänomen “Fettschürze” – generell ist hier zunächst als Maßnahme die “Fettabsaugung” bekannt (Diese allein würde in einem solchen Fall jedoch nur dann sinnvoll sein, wenn die Haut als solche noch belastbar, dehnbar und spannbar ist). Patient(inn)en fragen nach einer Bauchstraffung auch, wenn als Folge einer Schwangerschaft (oder einer Fettleibigkeit bzw. starker Gewichtsreduzierung) “Striaebildung” beobachtbar wird (dies meint, dass Hautschicht narbig einreißt).
Bei einer entsprechenden Operation wird ein Schnitt in der Mitte des Bauchs geführt (von rechts nach links, in Beckenhöhe). Dann wird der Hautüberschuss im Unterbauch entfernt und Haut “von oben nachgezogen”, d. h., die Haut des Oberbauches wird nach unten hin gestrafft, um die OP-Wunde glatt zu überdecken. Entsprechend wird auch der Bauchnabel neu verpflanzt. Wird im Voraus eingeschätzt, dass der Oberbauch nicht genug Haut enthielte, kann nicht operiert werden, auch Fett wird hier nicht abgeleitet, weil man im Zusammenhang mit einer solchen Operation hier Gewebefolgeschäden befürchtet. Die Narben am Bauch bzw. Bauchnabel bleiben langfristig deutlich erkennbar. Operationen können weiterhin nur durchgeführt werden, wenn es sich um einen gesundheitlich stabilen Patienten handelt, der auch erheblichen Blutverlust durch eigenen Stoffwechsel wieder ausgleichen kann. Herz-Kreislauf- sowie auch an Diabetes Erkrankte werden nicht operiert: Wundflächen dieser Größe erfordern ein gut funktionierendes Immunsystem; auch muss der Patient über eine optimale (beinahe ideale) Verdauung verfügen. Eine Operation kann ebenfalls nicht durchgeführt werden, bevor ein(e) Patient(in) zwei Wochen lang nicht völlig auf Alkoholgenuss jeglicher Art verzichtet hat, gleichzeitig sich dem Aktiv- wie auch dem Passivrauchen völlig ferngehalten hat und ebenso Schmerzmittel mit aspirinähnlichen Substanzen völlig gemieden hat. Deshalb sind seriöse Chirurgen eher daran erkennbar, dass sie generell nach anderen Lösungen suchen – große Wunden (auch wenn sie kontrolliert zugefügt werden) belasten den menschlichen Organismus erheblich (seelisch wie körperlich).
Sollte jedoch der Eingriff tatsächlich (stets unter Vollnarkose) erfolgen, reduziert sich nicht nur das Gewicht des Patienten, sondern auch seine Gestalt bzw. Silhouette. Dies jedoch wird in einer ausführlichen Beratung im Vorfeld erörtert – gleichzeitig geht es um die Bekleidungsgewohnheiten von Patient(inn)en, auf die der Chirurg beim stets sichtbaren Narbenverlauf achten kann. Acht bis zehn Tage kann der stationäre Aufenthalt dauern, regelmäßige Wundkontrollen werden erforderlich; nachdem die Fäden entfernt wurden, wird der Patient nach sechs und zwölf Wochen noch einmal untersucht. Die Operation kann nicht rückgängig gemacht werden; man verändert mit Eingriffen dieser Art die Durchblutungsverhältnisse eines Patienten völlig. Wundheilungsstörungen sind die Regel, Hautanteile können absterben. Auch aufgrund dieser unberechenbaren Folgeerscheinungen (auch: Wundinfektionen mit vereinzelter Todesfolge) wird im Ernstfall dringend von einer zweiten Operation ähnlichen Ausmaßes im Leben eines Menschen abgeraten. Es kann sogar sein, dass flächige Korrekturoperationen notwendig werden, die ebenfalls Empfindungsstörungen noch verstärken.
Eine relative Fitness sollte vorhanden sein, um ein allgemeines Operationsrisiko zu vermindern. Hierzu wird Patient(inn)en angeraten, bis zu drei Monate vor einem anvisierten operativen Eingriff mit einem leichten Fahrradtraining oder Lauftraining zu beginnen, um die Fitness zu erhöhen. Auch wird um eine maßvolle Diät gebeten. Der letzte Monat vor der Operation sollte jedoch keine auffällige Gewichtsabnahme verzeichnen – eine solche führt zu einer ungünstigen Stoffwechsellage des menschlichen Organismus und lässt es nicht zu, dass das Immunsystem vollends beansprucht werden könnte. Diäten können zuweilen auch mit Mangelerscheinungen des Stoffwechsels in Verbindung stehen – dies hat eine gestörte Wundheilung zur Folge.