Die Brustvergrößerung bei Frauen ist medizinisch bekannt unter dem Begriff “Mammaaugmentation”. Zwei medizinische Fachbereiche treffen sich hier: die Gynäkologie sowie die plastische Chirurgie. Im Zusammenhang mit Letzterem sind es hier die bereits erwähnte ästhetische sowie die rekonstruktive Chirurgie, in derem Rahmen bei einer solchen Operation Fachwissen angewendet wird. Häufig handelt es sich nicht um eine gesundheitliche Behandlung, sondern um einen klaren Bedarf einer Kundin, aus einem subjektiven Empfinden heraus ihre Körperproportionen verändern zu wollen. Alternativ liegt bei einer Fehlbildung der Brust eine Erkrankung vor, die so im Sozialgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland als erstattungsfähig anerkannt wird. Weiterhin wird es auch als medizinischer Bedarf anerkannt, wenn bei Brustkrebs eine Brust amputiert und danach im schönheitschirurgischen Sinne rekonstruiert wird. Eine Brustvergrößerung birgt hohe Risiken: Silikon-Implantate (seit 1963 auf dem Markt) sind bereits geplatzt bzw. es sind bereits Autoimmunerkrankungen und andere Gesundheitsschädigungen dadurch entstanden. Entsprechend bleiben Medizinprodukte dieser Art europaweit in der höchsten medizinischen Risikoklasse (III) eingestuft (trotz Qualitätsgütesiegel seit 2001); in den USA wurden sie zunächst 1992 verboten und erst nach eingehender Forschung und Weiterentwicklung im Jahre 2006 wieder erlaubt.

 

Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Der leitende Chirurg ist gleichzeitig Facharzt in den Disziplinen Ästhetischen und Plastischen Chirurgie, Gynäkologie und Chirurgie. Ein Hautschnitt wird durchgeführt, das Brustgewebe angehoben. Dann bildet man eine Implantattasche, durch die das Silikonelement eingeführt wird. Die Endposition des Implantates befindet sich schließlich entweder “submuskulär” unter dem Brustmuskel (bei Frauen mit wenig Fettgewebe) oder “subglandulär” unter der Brustdrüse. Der Schnitt selbst wird entweder

(a) in einer neu gebildeten Falte unterhalb der Brust (“inframammär”),

(b) durch den Warzenhof (“transareolär”),

(c) die Achselhöhle (“transaxillär”) oder

(d) im Bauchnabel

geführt.

 

Weiches Silikon ist das Material, welches hier verwendet wird. Entweder geht es um

(1) texturierte (diese verwachsen mit dem Gewebe) oder

(2) glatte Implantate, die entweder

(a) symmetrisch (linsenförmig) oder

(b) asymmetrisch (tropfenförmig)

geformt sind. Bei der Implantation wird die Kombination (1b) bevorzugt, da diese eine stehende weibliche Brust besser nachbildet und sich ebenfalls nicht verdreht. Die Implantate selbst werden mit Silikongel oder auch einer Kochsalzlösung gefüllt. Letzteres wird erst nach dem Einsetzen des Silikonelements befüllt – dies ermöglicht noch eine direktere Sichtkontrolle; zusätzlich kann ein Ventil, welches unter die Haut gelegt wird, nachträgliche Veränderungen des Füllvolumens ermöglichen.

 

Arbeitnehmerinnen, die nicht ausgesprochen körperlich tätig sind, werden bereits nach einer Woche wieder an ihrem Arbeitsplatz wirksam sein können – jedoch werden alle Betroffenen gebeten, sechs Wochen lang durchgängig einen Stütz-BH zu tragen. Ein halbes Jahr noch braucht die Narbe, um zu verblassen. Folge-Operationen sind nur dann notwendig, sollten sich Beschädigungen am Implantat ergeben – dies geschieht in 20 Prozent aller Fälle. Jedoch muss es nicht in wiederkehrenden Zeitabschnitten erneuert werden.

 

Doch nicht nur Implantate können eine Brustvergrößerung zur Folge haben, sondern auch körpereigene Stammzellen werden aus Fettgewebe trans- und in die Brust implantiert. Dies seit 2004, Koataro Yoshimura von der Universität Tokyo entdeckte bzw. verbreitete diese Methode – selbst in den USA und in Europa wird dies nun regelmäßig angewandt, nachdem eine österreichische Klinik im Jahre 2007 dies über Fernsehen und Presse als Neuerung in der Alpenrepublik publik machte.