“Fettabsaugung” ist die populäre Bezeichnung für eine Schönheitsoperation, bei der der behandelnde plastische Chirurg eine Kanüle unter die Hautoberfläche einführt und von dort aus einen entsprechenden Eingriff vornimmt. Dies wird nicht nur im Zusammenhang mit genetisch bestehender Adipositas (Fettleibigkeit) und daraus entstehenden Übergewichts-Symptomen angedacht und durchgeführt, sondern auch, um Tumore zu entfernen. Ein medizinisches Fremdwort ist zum stehenden Begriff in der Fachwelt geworden, um eine solche Fettabsaugung zu beschreiben: Es ist die Tumeszenzanästhesie. Der kalifornische Hautarzt Dr. Jeffrey A. Klein entwickelte diese Technik in den 1970er Jahren und feilte sie später noch aus – doch dem Grundprinzip nach wird sie wie unten beschrieben auch heute noch angewandt.
Steriles Wasser, ein Betäubungsmittel (lokal – wie bei der Zahnbehandlung), Natriumkarbonat und Kortison wird in das Unterhautfettgewebe injiziert. Der Effekt ist der Folgende: Eine Betäubung tritt nach 30 Minuten lokal an dieser Stelle ein und wirkt dann für 18 Stunden. Zusätzlich: Die Fettzellen saugen sich mit genau diesem Injektionsgemisch voll und lassen sich somit besser aus dem Bindegewebe (dieses stabilisiert Fettgewebe und Haut) mit Spezialkanülen herauslösen. Um dies zu tun, war es vorher notwendig gewesen, Hautschnitte vorzunehmen. Diese werden nach dem Eingriff verbunden und es wird das vier- bis sechswöchige Tragen eines Kompressionsmieders verordnet.
Maschinelle Saugpumpen mit starkem Sog werden hier verwendet (wichtig: einem Sog, der an Kraft während des gesamten Saugvorgangs nicht nachlässt). Die andere Möglichkeit, hier mit manuell bedienten Saugspritzen (von 20 bis 60 cm³ Inhalt) zu arbeiten, wird “Liposkulpur” genannt und insofern befürwortet, als dass
(a) das Gewebe mehr geschont wird, entsprechend
(b) der Patient weniger belastet und
(c) kaum Nachsorge mehr notwendig ist. Weiterhin
(d) ist es die Liposkulpur, die erst Fettübertragungen von Hautfläche A zu Hautfläche B möglich macht. Kanülen haben einen Durchmesser von drei bis acht Millimeter, sogenannte Mikrokanülen eins bis zweieinhalb Millimeter. Letztere werden zuweilen wegen der schonenderen Wirkung auf das Gewebe sowie dem Verzicht auf Hauteinschnitte bevorzugt (somit: kein Vernähen von Wunden ist notwendig). Auch gewährleistet es der Einsatz von Hautkanülen, ein Kompressionsmieder nur wenige Tage tragen zu müssen. Was aktuell bereits angewendet wird, ist die Methode, nur noch einen Millimeter dicke Kanülen einzuführen, dann per Laserstrahl das Fett zu verflüssigen und abzupumpen: Durch Lichttechnik lassen sich heutzutage alle bisher als unangenehm empfundenen Rahmenbedingungen einer Fettabsaugung umgehen.
Festzustellen ist, dass eine Fettabsaugung nur dann gelingen kann, wenn der Chirurg nicht nur entsprechend geschult, sondern auch erfahren ist. Der sichere, präzise und geübte Umgang mit Fettgewebe, so ist in Fachkreisen bekannt, lässt sich nicht durch Studium oder Fortbildungen erwerben, sondern nur durch Berufserfahrung. Statistisch ergeben sich aus ärztlichen Kunstfehlern jährlich rund fünf Personen in Deutschland, die ursächlich durch Eingriffe der oben beschriebenen Art versterben. Diese Zahl hat ihre vollständig eigene Aussagekraft – unabhängig davon, dass durchschnittlich insgesamt 250.000 Fettabsaugungen in der Bundesrepublik für denselben Zeitraum registriert werden. Der Anlass – Fettzellen im Gewebe, die scheinbar nicht durch etwa Sport entfernt werden konnten – steht auch mit den Komplikationen (nachoperativen Schmerzen auch im Zusammenhang mit Wetterempfindlichkeit, Infektionen und Nachblutungen) in einem Verhältnis, welches stets im Einzelfall sorgfältig erörtert werden sollte.