Vorbeugen, erkennen und behandeln von dem, was im Zahnbereich, im Mundbereich und im Kiefer des Menschen als krankhaft erscheint, ist Aufgabe der Zahnmedizin. Jedoch geht es hier auch um Krankheiten, die ihre Ursache jedoch im restlichen Körper haben können – als da wären Krebs, Infektionen, Blutkrankheiten oder anderes. Der erste Schritt für einen Zahnmediziner besteht grundsätzlich darin, Karies (als symptomatischen Infektionsherd) zu diagnostizieren und zu therapieren. Üblicherweise geht es zuerst um einen (a) Fragebogen, in welchem der Patient Angaben zu seinem generellen Gesundheitsbild bzw. auch zu seinem Ernährungsverhalten niederlegt: Ein Zahnarzt kann daraus Behandlungsrisiken und besondere -erfordernisse erkennen.

 

Weiterhin folgt der (b) “intraorale” (d. h. der Bestandsaufnahme der Zähne entsprechende) Befund – wie viele ersetzte Zähne sind festzustellen? Wie viele fehlende? Sind Implantate vorhanden? Inlays? Fehlstellungen? Welche Zahnerkrankungen sind zum Zeitpunkt der Konsultation sichtbar? Mittels Röntgentechnik, der Parodontaluntersuchung (siehe unten) sowie der Diagnose der Funktionalität (Kiefergelenk, Kaumuskeln, Schließfähigkeit) erstellt. (So dokumentierte Befunde können auch später dazu beitragen, Leichen zu identifizieren). Ein dritter Schritt besteht in der Beratung über (c) Kariesprophylaxe (= -vorbeugung). Hier geht es um Hinweise zur Zahnputztechnik bzw. tatsächlich in der Konsultation angewandte Zahnreinigungen. Zu dieser Vorbeugungsstrategie gehört es auch, in regelmäßigen Abständen Zahnarztbesuche durchzuführen, um Karies in Frühstadien zu diagnostizieren und behandeln zu können – so können Folgeschäden vermieden werden.

 

Als Hintergrundwissenschaft gilt hier die zum einen die (1) “Kariologie” (in Verbindung mit der “Füllungstherapie”), die betrachtet, wie Karies verursacht wird, wie sie entsteht und wie man sie behandelt. Welchen Einfluss haben Nahrungsmittel darauf, dass sich Zähne entmineralisieren? Karies zu behandeln heißt, Zahnsubstanz zu entfernen, die infiziert ist und stattdessen ein Füllungsmaterial einzuleiten. Weitere Fachkenntnisse sind hier (2) die “Endodontie”, nämlich die heilkundliche Kompetenz über das Zahnmark (auch Pulpa genannt) sowie (3) die “Parodontologie”, die sich heilkundlich mit dem Zahnhalteapparat beschäftigt.

 

Das Behandlungsgebiet der (4) “Prothetik” nun versieht einen Zahnarzt mit der Kompetenz, durch Brücken oder (Teil-)Ersatz ein durch Unfall oder Geburt unvollständiges Gebiss zu modellieren und zu installieren. Weiterhin gehört zur Zahnheilbehandlung die (5) Kieferorthopädie, die die Kompetenz der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen beinhaltet sowie die (6) Traumatologie, die sich mit den Wunden bzw. Verletzungen der Zähne und dem umgebenden Geweben befasst.

 

Für kleinere Eingriffe im Rahmen der zahnärztlichen Chirurgie steht aufgrund seiner Ausbildung bereits der Zahnarzt zur Verfügung. Doch geht es um Parodontalchirurgie, um Wurzelbehandlungen oder Zahnentfernungen, ist hier ein speziell ausgebildeter Oralchirurg zuständig. Dies ist ein tatsächlich weitreicherenderes Thema bzw. Teil eines größeren, spezialisierten Ganzen. Die Rede ist von der (7) “Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie” (Fachbegriff: Kranio-Maxillo-Faziale Chirurgie). Hier werden sämtliche Funktionen des Kauapparates, aber auch die populär als “Schönheitschirurgie” bezeichnete sogenannte “ästhetische Rehabilitation” (auch nach Unfällen) seitens der Zahnmedizin angewendet. Will heißen: Über die allgemeine Zahnheilkunde hinaus werden hier Knochenbrüche, Formveränderungen, Fehlbildungen, Verletzungen, Erkrankungen bei Zähnen, Kiefer und Gesicht behandelt. Aber auch: Tumorerkrankungen, Gesichtsnerven, Entzündungen, Schmerz- und Funktionsstörungen fallen genau in dieses Fachgebiet.

 

Ein weiteres Gebiet zeigt, dass dem Zahnarzt Zusammenhänge aus der allgemeinen Medizin bekannt sein sollten: Nämlich auch die (8) Psychosomatik spielt eine Rolle. Etwa: Zähneknirschen (“Bruxismus”) aus Angst begünstigt andere Funktionsstörungen – ebenso wie eine überdurchschnittlich hohe Schmerzempfindlichkeit hier gegenwärtig sein kann.